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Marketing-Konzept für erklärungsbedürftige B2B-Software: Von der Funktionsliste zur Nutzenkommunikation

Branche: Software B2B

Hinweis zum Projekt

Dieses Projekt wurde ursprünglich 2016 für SemOrgPlus erstellt. SimplyOrg wurde seitdem vom Kunden bzw. Anbieter deutlich weiterentwickelt. Die heutige Website simplyOrg.de ist daher nicht als 1:1-Umsetzung des damaligen Konzepts zu verstehen.

Die Fallstudie zeigt die damalige strategische Konzeptarbeit und welche Marketing-Prinzipien heute weiterhin sichtbar sind: klare Zielgruppenführung, Nutzen statt Funktionsliste, der Schmerzpunkt „Excel-Chaos“, Zeitersparnis, Vertrauen und ein Demo-Termin als nächster Conversion-Schritt.

Ausgangssituation

SimplyOrg ist eine Software zur Organisation von Seminaren und Weiterbildungen. Das Produkt richtet sich an größere Unternehmen und Organisationen, bei denen die Entscheidung für eine solche Software nicht von einer einzelnen Person getroffen wird.

Genau darin lag die Herausforderung.

Bei erklärungsbedürftiger B2B-Software gibt es selten nur „den einen Kunden“. Mehrere Rollen sind am Entscheidungsprozess beteiligt: Menschen, die täglich mit der Software arbeiten. IT-Verantwortliche, die Sicherheit, Aufwand und Schnittstellen prüfen. Und Entscheider:innen in der Geschäftsführung, die Nutzen, Kosten, Effizienz und Risiko abwägen.

Im Konzept wurde diese Mehrstufigkeit von uns ausdrücklich herausgearbeitet: Das Produkt richte sich nach Art, Umfang und Preis an größere Firmen, in denen Kaufentscheidungen über mehrere Ebenen vorbereitet und getroffen werden – unter anderem Sekretariat/Personalabteilung, IT-Abteilung und Geschäftsführung.

Die Aufgabe war deshalb nicht, einfach eine Software zu beschreiben.

Die Aufgabe war, ein komplexes Produkt so zu positionieren, dass unterschiedliche Zielgruppen jeweils die Argumente finden, die für ihre Rolle im Kaufprozess relevant sind.

Die Herausforderung

Software-Marketing scheitert oft daran, dass es zu früh zu technisch wird.

Es werden Funktionen aufgelistet. Module beschrieben. Schnittstellen erwähnt. Screenshots gezeigt. Das ist alles wichtig – aber im ersten Schritt nicht unbedingt das, was Interessent:innen emotional erreicht.

Gerade bei Seminarverwaltung ist der eigentliche „Schmerz“ beim Benutzen oft viel konkreter:

  • unübersichtliche Excel-Listen,
  • doppelte Datensätze,
  • manuelle E-Mails,
  • chaotische Teilnehmerverwaltung,
  • fehlende Übersicht über Termine, Budgets und Ressourcen,
  • zu viel Abstimmung zwischen Abteilungen,
  • und ständige Nacharbeit.

Im Konzept wurde deshalb empfohlen, aus technischen Produktfunktionen emotionale Kaufargumente zu machen. Als Beispiel wurde bereits damals formuliert: „Endlich Schluss mit den unübersichtlichen Dateien und Tabellen!“ sowie „Alles im Blick: Teilnehmer, Termine, Budgets und auch noch die ISO-Zertifizierung!“

Dieser Gedanke ist heute auf der SimplyOrg-Website deutlich sichtbar. Die aktuelle Startseite positioniert die Software als „Professionelle Seminarverwaltung. Software – digital statt Excel“ und spricht davon, sich von „Excel & Co. und manuellem Papierkram“ zu verabschieden.

Ziel des Projekts

Ziel des Projekts

Ziel war es, eine strategische Marketing-Grundlage für SemOrgPlus zu entwickeln.

Das Konzept sollte:

  • die relevanten Zielgruppen im B2B-Kaufprozess unterscheiden,
  • die Kaufmotive dieser Gruppen herausarbeiten,
  • technische Funktionen in verständliche Nutzenargumente übersetzen,
  • die Website stärker auf Kontaktgenerierung ausrichten,
  • Content-Marketing-Ideen entwickeln,
  • den roten Faden für Online- und Offline-Marketing schärfen,
  • und den Einstieg in ein Verkaufsgespräch erleichtern.

Kurz gesagt:

Aus einer komplexen Software sollte ein „Must-have“-Produkt werden –  durch einen verständlichen, zielgruppenorientierten Marketing- und Verkaufsansatz.

Umsetzung

1. Zielgruppenanalyse für den B2B-Kaufprozess

Ein zentraler Bestandteil des Konzepts war die Analyse der unterschiedlichen Zielgruppen.

Dabei wurden drei Hauptgruppen unterschieden.

Die erste Gruppe: operative Nutzer:innen, zum Beispiel Sekretariat, Personalabteilung oder Assistenz der Geschäftsleitung. Diese Personen arbeiten später konkret mit der Software. Für sie zählen Erleichterung im Alltag, weniger Chaos, mehr Übersicht und weniger manuelle Arbeit.

Die zweite Gruppe: IT-Abteilung. Für sie sind andere Argumente wichtig: geringe technische Belastung, standardisierte Schnittstellen, Sicherheit, wenig zusätzlicher Supportaufwand und möglichst einfache Einrichtung.

Die dritte Gruppe: Geschäftsführung. Hier stehen ROI, Zeit- und Ressourceneinsparung, langfristiger Nutzen und Risikoreduktion im Vordergrund. Im Konzept wurde ausdrücklich empfohlen, für die Geschäftsführung kurz, sachlich und anschaulich zu argumentieren, konkrete Zahlen und Fallstudien zu präsentieren und den ROI zentral zu thematisieren.

Diese differenzierte Betrachtung ist ein wichtiger Baustein für B2B-Marketing. Denn ein Produkt muss nicht nur der Person gefallen, die es später nutzt. Es muss auch die Menschen überzeugen, die es prüfen, freigeben und bezahlen.

2. Nutzenkommunikation statt reiner Funktionsliste

Das Konzept empfahl, die Website nicht wie eine technische Produktpräsentation aufzubauen, sondern eher wie ein Verkaufsgespräch.

Die zentrale Frage war nicht:

„Welche Funktionen hat die Software?“

Sondern:

„Welche Probleme löst die Software für welche Zielgruppe?“

Im Konzept wurde klar formuliert: Zu allgemeine Aussagen wie „verlässlicher Partner“ oder „leistungsfähige Software“ sollten durch eine spezifischere Nutzen-Botschaft ersetzt werden.

Die heutige SimplyOrg-Website folgt diesem Prinzip stark. Sie beschreibt die Software nicht nur über Features, sondern über konkrete Ergebnisse: Prozesse automatisieren, Online-Buchung bis DATEV-Export, bis zu 70 % Zeitersparnis und weniger manuelle Nacharbeit.

3. Excel-Chaos als emotionaler Schmerzpunkt

Einer der klarsten strategischen Treffer aus dem damaligen Konzept ist der Schmerzpunkt Excel. Schon 2016 wurde empfohlen, die emotionale Erleichterung in den Mittelpunkt zu stellen, die entsteht, wenn unübersichtliche Dateien, Tabellen und manuelle Prozesse abgelöst werden.

Auf der heutigen Website ist dieser Gedanke zentral verankert: SimplyOrg spricht von „digital statt Excel“, „Schluss mit Excel und manueller Nacharbeit“ und „Excel-Chaos“. Außerdem gibt es eigene Inhalte zum Thema Seminarverwaltung ohne Excel-Chaos.

Menschen kaufen nicht einfach „Seminarverwaltungssoftware“.
Sie kaufen weniger Chaos, weniger manuelle Arbeit, weniger Fehler und mehr Kontrolle.

Das ist für diese Fallstudie besonders interessant, weil es zeigt: Ein gut erkannter Zielgruppen-Schmerzpunkt bleibt auch Jahre später relevant.

4. Argumente für IT und Sicherheit

Im Konzept wurde die IT-Abteilung als eigene Zielgruppe betrachtet. Die zentrale Erkenntnis: IT-Verantwortliche wollen nicht begeistert werden wie operative Nutzer:innen. Sie wollen vor allem Risiken, Zusatzaufwand und technische Probleme vermeiden.

Deshalb wurden technische Vertrauensargumente empfohlen: Schnittstellen, klare Informationen, FAQ, Ansprechpartner und alles, was Aufwand reduziert.

Auch das ist heute auf simplyOrg.de sichtbar. Die Website nennt unter anderem Cloudsoftware, ISO 27001, DSGVO, deutsche Rechenzentren, REST-API, SSO und Integrationen mit Tools wie DATEV, Lexoffice, Zoom, Microsoft Teams und Zapier.

Damit werden typische IT- und Sicherheitsbedenken früh aufgegriffen, ohne dass die Startseite zur technischen Dokumentation wird.

5. ROI- und Effizienzargumente für Entscheider:innen

Für die Geschäftsführung empfahl das Konzept eine andere Argumentationslinie: weniger technische Details, mehr Nutzen für das Unternehmen.

Wichtig waren Zeit- und Ressourceneinsparung, langfristiger Nutzen, geringeres Risiko und eine klare ROI-Logik.

Auch dieser Ansatz ist heute sichtbar. SimplyOrg nennt prominent „bis zu 70 % Zeitersparnis“ und auf einer Leistungsseite „bis zu 70 % weniger Verwaltungsaufwand“.

Das ist genau die Art von Aussage, die nicht nur operative Nutzer:innen anspricht, sondern auch Entscheider:innen: weniger Aufwand, mehr Effizienz, bessere Prozesse = billiger!

6. Website als Einstieg ins Verkaufsgespräch

Ein weiterer zentraler Gedanke des Konzepts war: Die Website soll nicht alles erschöpfend erklären, sondern vor allem Kontakte generieren und Vertrauen aufbauen. Wichtigstes Ziel: mit potenziellen Kunden ins Gespräch kommen.

Heute ist dieser Demo-Fokus auf simplyOrg.de sehr deutlich.

Der zentrale Call-to-Action lautet an vielen Stellen „Demo vereinbaren“. Die Demo-Seite spricht von einem persönlichen 45-minütigen Termin und davon, die Funktionen live zu erleben und Fragen direkt mit einem Ansprechpartner zu klären.

Das passt sehr gut zu einem erklärungsbedürftigen B2B-Angebot: Nicht sofort kaufen, sondern eine qualifizierte Demo als nächsten Schritt.

Ergebnis

Das Projekt lieferte SemOrgPlus eine strategische Grundlage für die Vermarktung einer erklärungsbedürftigen B2B-Software.

Entstanden sind:

  • eine Zielgruppenanalyse für unterschiedliche Entscheiderrollen,
  • eine klare Differenzierung zwischen operativen Nutzer:innen, IT und Geschäftsführung,
  • eine Übersetzung technischer Funktionen in Nutzenargumente,
  • emotionale Leitmotive wie „Schluss mit unübersichtlichen Dateien und Tabellen“,
  • Empfehlungen zur Website-Fokussierung,
  • Impulse für Content-Marketing,
  • und ein klarer Fokus auf Kontakt- bzw. Demo-Generierung.

Die heutige Website simplyOrg.de wurde seitdem weiterentwickelt und ist nicht als direkte Umsetzung des damaligen Konzepts zu verstehen. Dennoch sind mehrere zentrale Grundprinzipien weiterhin erkennbar: digital statt Excel, weniger manuelle Arbeit, Zeitersparnis, Zielgruppenführung, technische Vertrauensargumente und Demo-Termin als nächster Schritt.

Vorher – Nachher – Vergleich:

BereichVorherNachher
Produktkommunikationerklärungsbedürftige Software mit vielen FunktionenNutzenkommunikation statt reiner Funktionsliste
Zielgruppenmehrere Entscheiderrollen im Kaufprozessgetrennte Betrachtung von Nutzer:innen, IT und Geschäftsführung
Operative Nutzer:innenviel manuelle Arbeit, unübersichtliche Dateien, TabellenSchmerzpunkt „Excel-Chaos“ und Arbeitserleichterung in den Fokus
IT-Abteilungmögliche Bedenken zu Aufwand, Schnittstellen, Sicherheittechnische Vertrauensargumente, FAQ, Ansprechpartner, Schnittstellen
GeschäftsführungKosten, Risiko, Nutzen und ROI entscheidendZeitersparnis, Ressourceneffizienz und langfristiger Nutzen herausstellen
Website-ZielProdukt erklärenVertrauen aufbauen und Demo-/Kontaktgespräch ermöglichen
Website-Zielstark dienstleistungs- und empfehlungsbasiertOnline-Kurse, Online-Coachings und digitale Angebotsstruktur
Positionierungzu allgemein möglichklarere Nutzenbotschaft für B2B-Entscheidergruppen
Warum dieses Projekt typisch für unsere Arbeit ist

Das Projekt SemOrgPlus / SimplyOrg zeigt sehr gut, wie wichtig strategisches Marketing bei erklärungsbedürftigen Angeboten ist.

Gerade B2B-Software wird oft zu sehr aus Produktsicht erklärt. Anbieter wissen, was ihre Software kann – aber Interessent:innen wollen zuerst verstehen, warum das für sie relevant ist.

Sie wollen nicht zuerst eine Liste von Funktionen. Sie wollen:

  • Erleichterung.
  • Übersicht.
  • Sicherheit.
  • Zeitersparnis.
  • Weniger Chaos.

Und eine klare Antwort auf die Frage: Lohnt sich das für uns?

Genau hier setzte das Konzept an.

Es übersetzte technische Funktionen in Kaufargumente für unterschiedliche Zielgruppen. Operative Nutzer:innen brauchen andere Botschaften als IT-Verantwortliche. Geschäftsführung braucht andere Belege als Menschen, die täglich mit der Software arbeiten.

Diese Fähigkeit, ein komplexes Angebot aus mehreren Perspektiven zu betrachten und daraus einen roten Faden für Website, Content und Verkaufsgespräch zu entwickeln, ist bis heute ein zentraler Teil unserer Arbeit.

Umgesetzte Leistungen im Überblick

BereichVorher
ZielgruppenanalyseAnalyse der relevanten B2B-Entscheiderrollen
Kunden-Avatareoperative Nutzer:innen, IT-Abteilung und Geschäftsführung
Positionierungstärkere Übersetzung von Funktionen in Nutzenargumente
NutzenkommunikationFokus auf Arbeitserleichterung, Zeitersparnis, Übersicht und ROI
Emotionale AnspracheSchmerzpunkte wie Excel-Chaos und manuelle Arbeit herausgearbeitet
Website-StrategieWebsite als Einstieg ins Verkaufsgespräch statt reine Produktpräsentation
Demo-FokusKontakt und persönliche Präsentation als sinnvoller nächster Schritt
Marketing-Roter-FadenGrundlage für Website, Anzeigen, Flyer, Präsentationen und Vertrieb

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